____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Simien-Nationalpark
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
i3i6
Der 412 kmÂČ groĂe Simien-Nationalpark (auch Semien-Nationalpark oder SĂ€men-Nationalpark) befindet sich im Norden von Ăthiopien. Sein Name leitet sich von dem amharischen Wort sĂ€men (á°áá) âNordenâ her. Er ist vor allem der eindrucksvollen Berglandschaft wegen bekannt. Der Park umfasst Höhenlagen von 1900 bis ĂŒber 4500 Meter ĂŒ. M. Mit 4533 m ist der Ras DaschĂ€n der höchste Berg Ăthiopiens und siebthöchste in Afrika. Der Park wurde unter anderem zum Schutz verschiedener endemischer und teilweise sehr gefĂ€hrdeter Tierarten eingerichtet. Dazu gehören der Erzrabe, der Ăthiopische Steinbock (oder Walia), der Ăthiopische Wolf und der Dschelada (oder Blutbrustpavian).
Von 1967 bis 1969 arbeitete der Schriftsteller C. W. Nicol am Aufbau des Parks.
Contents
âą Geographie
âą Klima
âą Ăkosystem
âą Flora
âą Fauna
âą Schutz
âą Parkverwaltung
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geographie
Der Park liegt am zerklĂŒfteten Nordrand des ausgedehnten, welligen Geech-Plateaus im westlichen Teil des Simien-Massivs. Er nimmt einen schmalen Streifen auf einem 1000 m hohen Steilhang und einen Streifen an seinem unteren Ende ein. Das Gebiet liegt nördlich und westlich des 4533 m hohen Ras DaschĂ€n, des höchsten Gipfels Ăthiopiens, der zusammen mit anderen Berggipfeln den Park ĂŒberragt.cite-ref-unep-1-0[1]
Dieses Massiv, Teil eines riesigen Vulkandoms aus Basalten, entstand vor etwa 75 Millionen Jahren und durchlebte eine Vulkanismusphase, die vor 4 bis 5 Millionen Jahren endete, und auf die eine Vergletscherung und starke Erosion folgte.cite-ref-huerni1975-2-0[2] Es ist heute tief eingeschnitten von bewaldeten Schluchten und steilen Klippen, die sich auf einer LĂ€nge von ĂŒber 35 km entlang der Nordkante erstrecken. Das Plateau wird von Norden nach SĂŒden durch den Mayshasha-Fluss geteilt und ist dessen Haupteinzugsgebiet. Es gibt schnell flieĂende permanente WasserlĂ€ufe und hohe WasserfĂ€lle, die im Nordosten und SĂŒden in ZulĂ€ufe des Tekeze entwĂ€ssern.cite-ref-unep-1-1[1]
Die aus vulkanischem Substrat gebildeten Böden sind fruchtbar, aber durch Ăberweidung stark degradiert und haben eine sehr geringe Ertragskraft. In alpinen und felsigen Gebieten werden sie zu Lithosolen. Seit seiner GrĂŒndung besteht der Park zu etwa 30 % aus Kulturland.cite-ref-unep-1-2[1]
Klima
Die mittlere jĂ€hrliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt 1550 mm. Der Hauptteil davon fĂ€llt in zwei Regenzeiten: von Februar bis MĂ€rz und von Juli bis September. Seit den 1960er Jahren haben die Regenzeiten stark nachgelassen.cite-ref-magin2001-3-0[3] Die Tiefsttemperatur reicht von â2,5 bis 4 °C, die Höchsttemperatur betrĂ€gt 11 bis 18 °C. TagsĂŒber gibt es oft trockene Winde, nachts kann es zu Frost kommen und auf dem Gipfel des Ras DaschĂ€n ist auch Schnee möglich.cite-ref-unep-1-3[1]
Ăkosystem
Flora
Die Simien-Berge gehören zum Afroalpinen PflanzendiversitĂ€ts-Zentrum (Afro-alpine Centre of Plant Diversity) und haben aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage eine bisher noch unbekannte Anzahl einheimischer Arten. Es wird von etwa 5 bis 10 Arten ausgegangen, eine recht geringe Anzahl im Vergleich zu anderen afromontanen Regionen.cite-ref-magin2001-3-1[3] Der Park, gelegen am Rand der PalĂ€arktis, besitzt einen reprĂ€sentativen Anteil des Ăthiopischen Tropischen Saisonalen Hochlandbioms (Ethiopian Tropical Seasonal Highland biome). Die ĂŒppige Vegetation wĂ€chst in vier höhenbezogenen Zonen: Afromontaner Wald, Hypericum-Wald, Afromontantes Grasland und Afroalpines Moorland. Die Arten in den beiden letztgenannten Biomen können sich xeromorph an extreme HöhenverhĂ€ltnisse anpassen und eine hohe Anzahl neuer Arten ausbilden. Starke Ăberweidung hat allerdings zur Verödung des Graslandes gefĂŒhrt. Von 900 ha afroalpiner Vegetation waren 1996 25 % stark ĂŒberweidet, 60 % stark beweidet und nur 15 % mehr oder weniger naturbelassen.cite-ref-debonnet2006-4-0[4]
Der eher artenarme Wald unterhalb von 3000 m ist gröĂtenteils abgeholzt, auĂer in den Schluchten, wo noch einige Wasserbirnen, Ostafrikanische Wacholder und Afrikanische OlivenbĂ€ume (Olea europaea ssp. africana) vorhanden sind.cite-ref-nievergelt1998-5-0[5] Die SteilhĂ€nge, SchluchtenrĂ€nder und BergkĂ€mme sind mit grobem Tussockgras, FelsenkrĂ€utern und kleinen BĂŒschen wie dem Afrikanischen Ampfer (Rumex nervosus) bewachsen, vereinzelt auch mit der LippenblĂŒtler-Art Otostegia minucci, dem Nordafrikanischen Storchschnabel (Geranium arabicum), Thymian und Klee sowie Kletterpflanzen wie der Semien-Waldrebe und das KleinfrĂŒchtige Kletten-Labkraut.cite-ref-unep-1-4[1]
In 3000 bis 3800 m Höhe war einst die Baumheide und das Johanniskraut vorherrschend. Von den BĂ€umen sind nur noch wenige ĂŒbrig geblieben, da das Gebiet fĂŒr den Getreideanbau gerodet wurde und es keine Neuanpflanzungen gab.cite-ref-unep-1-5[1]
Von 3800 m bis zur alpinen Zone herrscht subalpines Grasland vor, in dem Riesen-Lobelie, Baumheide, Fackellilie (Kniphofia foliosa), Abessinische Rose, die gelbblĂŒhende Primel Primula verticillata (eine palĂ€arktische Art), Nachtschatten-Arten, Afrikanische Strohblume, Alpen-Frauenmantel sowie Unterarten der Brennnessel und der Flechte Usnea vorkommen. Das DickblattgewĂ€chs Rosularia simiensis sowie zehn Grasarten sind endemisch fĂŒr das Simien-Gebirge. Das endemische Tussockgras Festuca gilbertiana ist nur vom Geech-Plateau her bekannt. Dieses bĂŒschelige Grasland, welches frĂŒher ein buntes Mosaik bildete, wurde weitgehend von KurzgrĂ€sern der Sorte Festuca macrophylla und Carex erythrorhiza ersetzt und von Rindern abgenutzt, die auch die BĂ€che verschmutzen. Oberhalb dieser Ebene befindet sich eine alpine Moorlandschaft mit Moosen der Familie Grimmiacea.cite-ref-ashine1984-6-0[6]
Fauna
Insgesamt 21 SĂ€ugetierarten sind nachgewiesen, darunter sieben endemische Arten. Durch menschliche Eingriffe, die VerĂ€nderungen des Lebensraumes zur Folge hatten, hat sich jedoch die Situation fĂŒr Wildtiere im Park verschlechtert, auch wegen der Ausbreitung des Weideviehs.cite-ref-unep-1-6[1]
Der fĂŒr das Simiengebirge gröĂtenteils endemische Ăthiopische Steinbock lebt zurĂŒckgezogen auf den Klippen der nördlichen FelshĂ€nge und auch auĂerhalb des Parks. Sein Bestand hatte sich vor der Ausweisung des Nationalparks im Jahr 1969 auf etwa 300 Tiere reduziert.cite-ref-ashine1984-6-1[6] 1989 erhöhte sich die Zahl auf 400, nachdem Wilderei die Tiere jedoch weiter nach Osten getrieben hatte,cite-ref-shackleton1997-7-0[7]cite-ref-nievergelt1998-5-1[5] wurden 1996 nur noch 200 Tiere gezĂ€hlt. Nach der Eingliederung von zwei weiteren Reservaten wurde im November 2005 die Zahl der Tiere im Park auf 623 geschĂ€tzt.cite-ref-debonnet2006-4-1[4]
Der Ăthiopische Wolf, welcher nur in Ăthiopien vorkommt und als seltenster Canid der Welt gilt, ist von der rĂŒcklĂ€ufigen FlĂ€che des bĂŒscheligen Grashabitats abhĂ€ngig. 1977 gab es nur 20 Einzeltiere, 2003 wurden 40 Tiere im Park beobachtet,cite-ref-huerni2003-8-0[8] 2005 insgesamt 71, davon ein GroĂteil auĂerhalb des Parks.cite-ref-unesco2006-9-0[9] Weitere vorkommende SĂ€ugetiere sind der Dschelada-, Mantel- und Anubispavian, die Ăthiopische GrĂŒnmeerkatze, der Guereza aus der Gattung der Schwarz-weiĂen Stummelaffen, die TĂŒpfelhyĂ€ne, der Afrikanische Goldwolf, der Leopard, der Karakal, der Serval, die Afrikanische Wildkatze und mehrere groĂe Pflanzenfresser wie das Pinselohrschwein, der Buschbock, der Kronenducker und der Klippspringer, die sich mittlerweile auch aus dem Park zurĂŒckziehen.cite-ref-nievergelt1998-5-2[5] FĂŒnf KleinsĂ€ugerarten sind in Ăthiopien endemisch.cite-ref-unep-1-7[1]
Der Park liegt innerhalb des Endemischen Vogelschutzgebietes âZentrales Ăthiopisches Hochlandâ.cite-ref-stattersfield1998-10-0[10] Zu den 137 im Jahr 2001 erfassten Vogelartencite-ref-fishpool2001-11-0[11] sind 16 fĂŒr Ăthiopien endemisch: der Klunkeribis, der Strichelkiebitz, der Tarantapapagei, der Mönchspirol, der Schwarzkopfgirlitz, die Singtimalie, der Goldhalspieper, der WeiĂschnabelstar und der Erzrabe. Im Klippenbereich kommen Abessinische Felsentaube, SpiegelschmĂ€tzer und EinfarbschmĂ€tzer vor. FĂŒr das afrotropische Hochland typisch sind Braunnackenfrankolin, Mönchsbuschdrossling und die AlpenkrĂ€he. Es gibt auch 25 Arten von Greifvögeln, darunter den LĂ€mmergeier, vier weitere Geier- und vier Adlerarten.cite-ref-hillman1993-12-0[12]
Schutz
Wegen seiner biologischen Bedeutung stand der Park im Mittelpunkt vieler NaturschutzaktivitÀten und war eine der ersten WelterbestÀtten.
Parkverwaltung
Der Park wurde 1969 offiziell eingerichtet, um die einzigartigen Ăkosysteme zu schĂŒtzen.cite-ref-sm-history-13-0[13] Vor der GrĂŒndung des Parks lebten hier Bauern, deren Landnutzung spĂ€ter zu Konflikten mit Naturschutzzielen fĂŒhrte.cite-ref-unep-6-14-0[14] Die Region war historisch Siedlungsgebiet der Ă€thiopischen Hochlandbevölkerung.cite-ref-sm-people-15-0[15]
Der Park wurde bis 1996 von der Ethiopian Wildlife Conservation Organisation (EWCO) des Ă€thiopischen Umweltministeriums verwaltet, das auch heute noch Management-Richtlinien festlegt. Seit 1997 wird der Park von der Amhara Parks Development and Protection Authority (âBehörde fĂŒr Entwicklung und Schutz der Amhara-Parksâ) der amharischen Regionalregierung verwaltet.cite-ref-unep-1-8[1]
1978 wurden zum Schutze des Parks und der Tiere die im Park lebenden Menschen umgesiedelt und jegliche Nutzung von natĂŒrlichen Rohstoffen (z. B. Holz) verboten. 1986 wurde mit UnterstĂŒtzung des WWF ein detaillierter Managementplan erstellt, der jedoch wegen des BĂŒrgerkrieges, bei dem die Infrastruktur des Parks zerstört wurde, nicht umgesetzt werden konnte. Die Sorge der Zentralregierung um die Tierwelt und nicht um die Bewohner des Parks fĂŒhrte zu erheblichem Widerstand in der Bevölkerung und stĂ€rkte die lokale Opposition. Die Bevölkerung und lokalen Gemeinden durften daraufhin an den Planungs- und Managemententscheidungen teilhaben.cite-ref-nievergelt1996-16-0[16] 1996 wurde der Park in die Rote Liste des gefĂ€hrdeten Welterbes aufgenommen, da der Bau einer ZufahrtsstraĂe von Debark nach Mekane Berhan und landwirtschaftliche Eingriffe negative Auswirkungen auf den Lebensraum der Steinböcke und Wölfe hatten. Der bislang ungestörte Erica-Hypericum-Wald lieferte nun einen GroĂteil des lokalen Brennholzes.cite-ref-unesco1996-17-0[17] Die Einschreibung wurde von den nationalen Behörden trotz langwieriger Diskussionen nicht anerkannt.cite-ref-unep-1-9[1]
1997 wurde die Parkverwaltung nach einem vorausgehenden Treffen mit Interessengruppen von den Zentral- auf die Regionalbehörden ĂŒbertragen. Ein Vertreter der regionalen Regierung versprach eine Aufstockung des Budgets und Parkpersonals, sowie GesprĂ€che mit der lokalen Bevölkerung, ein Komitee fĂŒr die Parksanierung, die Zusammenarbeit mit Spendern, eine Verlegung der durch den Park fĂŒhrenden StraĂe, die freiwillige Umsiedlung von vier Dörfern an den Rand des Parks und die Erweiterung um zwei benachbarte Wildreservate. Die VorschlĂ€ge wurden von den lokalen Akteuren akzeptiert und darauf aufbauend ein Managementplan erstellt.cite-ref-unesco2002-18-0[18] 2007 hatten sich 165 Haushalte aus dem Dorf Arkwasiye freiwillig aus einem kritischen Wildtierkorridor zurĂŒckgezogencite-ref-tessema2012-19-0[19] und eine EntschĂ€digung erhalten. Ăber zwei Drittel der Kosten von 1.175 US-Dollar pro Haushalt wurden von der Regionalregierung getragen, der Rest von auslĂ€ndischen Geldgebern.cite-ref-unesco2010-20-0[20]
Im Jahr 2003 konnte aufgrund dieser MaĂnahmen ein Anstieg der Steinbockpopulation festgestellt werden. Bis 2006 wurden 100 Grenzsteine aufgestellt, die die beiden Wildreservate Mesareriya im Osten und Lemalino im Westen mit einer GesamtflĂ€che von 23.000 ha umschlieĂen und die eine groĂe Population von Steinböcken und Wölfen von mehreren Dörfern im Park trennen. Weitere 300 Grenzmarkierungen wurden fĂŒr die Erweiterung des Parks um die Berge Silki Yared und Kiddis Yared im Nordosten eingerichtet, die Erweiterung mit einem Verbindungskorridor zum Ras DaschĂ€n im SĂŒden blieb jedoch unmarkiert.cite-ref-unesco2010-20-1[20] Eine zweite durch das Wildgebiet verlaufende StraĂe von Bwahit nach Dilybza wurde verlegt. Eine neue StraĂe von Debark nach Mekeneberhan, die den Park umgeht, wurde zwar geplant, aber noch nicht finanziert.cite-ref-unep-1-10[1]
2009 wurde ein umfassender, vom World Heritage Fund geförderter, Zehn-Jahres-Plan erstellt. Dennoch hat die Bevölkerungs- und Viehdichte kaum abgenommen und die Ăberweidung bleibt weiterhin ungebremst. Nach EinschĂ€tzung des UNEP-WCMC sind zehnjĂ€hrige Strategie- und dreijĂ€hrige AktionsplĂ€ne notwendig, um den Weidedruck zu verringern und alternative Lebensgrundlagen fĂŒr die Menschen in und um den Park zu fördern, um ihre Auswirkungen auf seine Ressourcen zu begrenzen und das Land fĂŒr die Renaturierung zu entlasten. Diese werden jedoch erhebliche Mittel erfordern, die noch nicht zur VerfĂŒgung stehen.cite-ref-unep-1-11[1]
In der Pufferzone wurde eine Tierklinik eingerichtet, um der Ăbertragung von Viehseuchen auf Wildtiere vorzubeugen.cite-ref-debonnet2006-4-2[4] Die Ăsterreichische Entwicklungszusammenarbeit finanzierte ein sechsjĂ€hriges nachhaltiges Ressourcenprogramm, das die EinfĂŒhrung von neuen Nutzpflanzen, Pflanzenschulen, Bienenstöcke, BewĂ€sserungsprojekte und Viehzucht vorsah.cite-ref-martin2008-21-0[21]
Eintragung als Weltnaturerbe
Der Nationalpark wurde 1978 aufgrund eines Beschlusses der zweiten Sitzung des Welterbekomitees als erste WeltnaturerbestĂ€tte in Ăthiopien in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. In der Sitzung wurden auch die Felsenkirchen von Lalibela als erstes Weltkulturerbe des Landes aufgenommen.cite-ref-decision-22-0[22]
Die WelterbestÀtte umfasst eine FlÀche von 13.600 Hektar.cite-ref-whc-23-0[23]
In der BegrĂŒndung fĂŒr die Eintragung heiĂt es unter anderem:cite-ref-whc-23-1[23]
âDer Simien-Nationalpark im Norden Ăthiopiens ist eine spektakulĂ€re Landschaft, wo starke Erosion im Laufe von Jahrmillionen zerklĂŒftete Berggipfel, tiefe TĂ€ler und markante SteilhĂ€nge von rund 1500 m Höhe geschaffen hat. Der Park ist fĂŒr den Erhalt der BiodiversitĂ€t von globaler Bedeutung, da er weltweit bedrohte Arten beherbergt, darunter den symboltrĂ€chtigen Ăthiopischen Steinbock, eine wilde Bergziege, die nirgendwo sonst auf der Welt zu finden ist, den Dschelada-Pavian und den Ăthiopischen Wolf.â
â(vii): Die spektakulĂ€re Landschaft des Naturgutes ist Teil des Simien-Gebirgsmassivs, das sich am nördliches Rand des Ă€thiopischen Hochlandes befindet und das den höchsten Punkt Ăthiopiens, Ras DaschĂ€n, umfasst. Aus dem hĂŒgeligen Plateau des Simiengebirges haben sich ĂŒber Jahrmillionen hinweg durch Erosion steile Klippen und tiefe Schluchten von auĂergewöhnlicher Naturschönheit herausgebildet. Einige Klippen erreichen eine Höhe von 1500 m und die nördliche Felswand erstreckt sich ĂŒber etwa 35 km. Die Berge werden von tiefen TĂ€lern im Norden, Osten und SĂŒden begrenzt und bieten weite Ausblicke ĂŒber die zerklĂŒftete Schlucht sowie die untere Tiefebene. Die spektakulĂ€re Kulisse der Simien-Berge wird als Konkurrenz zum Grand Canyon in Colorado angesehen.â
â(x): Das Naturgut ist von globaler Bedeutung fĂŒr den Erhalt der BiodiversitĂ€t. Es gehört zum Afroalpinen PflanzendiversitĂ€tszentrum und zum Ăstlichen Afromontanen BiodiversitĂ€ts-Hotspot und beherbergt eine Reihe von weltweit bedrohten Arten. Die Klippen des Parks sind der Hauptlebensraum des bedrohten Ăthiopischen Steinbocks (Capra walie), eine wilde Bergziege, die im Simiengebirge endemisch ist. Andere Leitarten sind der bedrohte Ăthiopische Wolf (oder Simien-Fuchs, Canis simensis), der als seltenste Canidenart der Welt gilt, und der Dschelada-Pavian (Theropithecus gelada). Beide sind im Ă€thiopischen Hochland endemisch und auf afroalpine Wiesen und HeideflĂ€chen angewiesen. Andere groĂe SĂ€ugetierarten sind der Anubispavian, der Mantelpavian, der Klippspringer und der Goldschakal. Der Park ist auch ein wichtiges Vogelschutzgebiet, das zum gröĂeren Endemischen Vogelschutzgebiet âZentrales Ăthiopisches Hochlandâ gehört. Insgesamt kommen im Park ĂŒber 20 groĂe SĂ€ugetierarten und ĂŒber 130 Vogelarten vor. In den Bergen leben 5 kleine SĂ€ugetierarten und 16 Vogelarten, die in Eritrea und/oder Ăthiopien endemisch sind, sowie eine bedeutende Population des seltenen LĂ€mmergeiers, einer spektakulĂ€ren Geierart. Der Reichtum an Arten und LebensrĂ€umen im Park ist das Resultat seiner groĂen Höhen-, Topographie- und Klimavielfalt, welche seine afromontanen und afroalpinen Ăkosysteme geprĂ€gt hat.â
Ab 1996 stand der Nationalpark auf der Roten Liste des gefĂ€hrdeten Welterbes, da die extrem kleine Population des Ăthiopischen Steinbocks weiter schrumpfte und immer mehr Menschen sich im Gebiet des Parks ansiedelten. Die Nationalparkverwaltung versichert, dass diese Entwicklung inzwischen umgekehrt sei und man insbesondere an einer Strategie fĂŒr einen alternativen Erwerb des Lebensunterhalts fĂŒr die lokale Bevölkerung arbeite. Im Jahr 2017 entschied das Welterbekomitee, den Nationalpark aufgrund erfolgreicher SchutzmaĂnahmen von der Roten Liste zu nehmen.cite-ref-whcnews-24-0[24]cite-ref-uba-25-0[25]
Weblinks
Commons
: Simien-Nationalpark
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Simien-Mountains-Nationalpark
â ReisefĂŒhrer
âą Offizielle Website
âą Simien Mountains National Park, Homepage des Simien Mountains National Park und der Ethiopian Wildlife Conservation Authority (EWCA)
âą Simien-Nationalpark in der World Database on Protected Areas (englisch)
âą Datenblatt zum Nationalpark. (PDF; 129 kB) thesalmons.org (englisch).
⹠Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
Einzelnachweise
cite-note-huerni1975-22. â Hans HĂŒrni: Bodenerosion in Semien-Ăthiopien. (PDF; 15 MB) In: Geographica Helvetica. Nr. 4, 1975, S. 157â168.
cite-note-magin2001-33. â Chris Magin: Ethiopian Montane Grasslands and Woodlands. WWF Wild World report. 2001.
cite-note-debonnet2006-44. â Guy Debonnet, Lota Melamari, Bastian Bomhard: Reactive Monitoring Mission to Simien Mountains National Park, Ethiopia. (PDF; 0,6 MB) WHC / IUCN Mission Report, UNESCO, Paris & IUCN, Schweiz 2006, S. 8.
cite-note-nievergelt1998-55. â Bernhard Nievergelt, Tatjana Good, RenĂ© GĂŒttinger: A survey of the flora and fauna of the Simen Mountains National Park, Ethiopia. (Sonderausgabe von Walia: journal of the Ethiopian Wildlife and Natural History Society.), Addis Abeba 1998.
cite-note-ashine1984-66. â Teshome Ashine: What the World Heritage Convention has meant to Ethiopia. In: J. McNeely, K. Miller (Hrsg.): National Parks, Conservation, and Development. The Role of Protected Areas in Sustaining Society. Smithsonian Institution Press, Washington DC 1984.
cite-note-shackleton1997-77. â Jesse C. Hillman, Hans HĂŒrni, Bernhard Nievergelt: Ethiopia. In: David M. Shackleton (Hrsg.): Wild Sheep and Goats and their Relatives. Status Survey and Conservation Action Plan for Caprinae. IUCN, Gland / Cambridge 1997, ISBN 2-8317-0353-0, S. 27â30.
cite-note-huerni2003-88. â Hans HĂŒrni, Sarah-Lan Stiefel: Report on a Mission to the Simen Mountains National Park World Heritage Site, Ethiopia. UniversitĂ€t Bern 2003.
cite-note-unesco2006-99. â UNESCO-Welterbekomitee: Report on the 30th Session of the Committee. Paris 2006.
cite-note-stattersfield1998-1010. â A. J. Stattersfield et al.: Endemic bird areas of the world: priorities for biodiversity conservation. (= BirdLife Conservation Series 7) BirdLife International, Cambridge 1998, ISBN 0-946888-33-7.
cite-note-fishpool2001-1111. â Lincoln D. C. Fishpool, Michael I. Evans (Hrsg.): Important Bird Areas in Africa and Associated Islands: Priority Sites for Conservation. (= BirdLife Conservation Series 11) Pisces Publications und Birdlife International, Newbury/Cambridge 2001, ISBN 1-874357-20-X.
cite-note-hillman1993-1212. â Jesse C. Hillman: Ethiopia: Compendium of Wildlife Conservation Information. Bd. 1, New York 1993.
cite-note-sm-history-1313. â History. In: simienmountains.org. Simien Mountains National Park, Ethiopian Wildlife Conservation Authority (EWCA), 2013, abgerufen am 28. MĂ€rz 2025 (englisch).
cite-note-sm-people-1515. â The People Of SMNP. In: simienmountains.org. Simien Mountains National Park, Ethiopian Wildlife Conservation Authority (EWCA), 2013, abgerufen am 28. MĂ€rz 2025 (englisch).
cite-note-nievergelt1996-1616. â Bernhard Nievergelt: Field Study on the Flora and Fauna of the Simen Mountains, January 1996: A Summarized Report. Universities of Zurich, East Anglia, Vienna and Addis Abeba with the Ethiopian Wildlife Conservation Organisation and the Ethiopian Wildlife and Natural History Society.
cite-note-unesco1996-1717. â UNESCO: Consultantsâ Report Including Agreed Minutes of the Bahrdar Workshop. Report of the Technical Mission to Ethiopia on Simien Mountains National Park and World Heritage Site, Oktober 1996. S. 44.
cite-note-unesco2002-1818. â UNESCO-Welterbekomitee: Report on the 25th Session of the Committee. Paris 2002.
cite-note-tessema2012-1919. â Tiru Berihun Tessema, Michael Jungmeier, Michael Huber: The relocation of the village of Arkwasiye in the Simien Mountain National Park in Ethiopia: an intervention towards sustainable development?. In: eco.mont Journal on Protected Mountain Areas Research. Band 4, Dezember 2012, S. 13â20, doi:10.1553/eco.mont-4-2s13.
cite-note-unesco2010-2020. â UNESCO-Welterbekomitee: Report on the 34th Session of the Committee. Paris 2010.
cite-note-martin2008-2121. â David Martin: Ecotourism in Ethiopia. In: Le Monde Diplomatique, August 2008.
cite-note-decision-2222. â Decision: 2 COM VIII.38. UNESCO World Heritage Centre, 1978, abgerufen am 21. Juni 2018 (englisch).
cite-note-whc-2323. â Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
cite-note-whcnews-2424. â Ethiopian World Heritage site, Simien National Park no longer in danger, Mitteilung des Welterbekomitees vom 4. Juli 2017.
cite-note-uba-2525. â ComoĂ© Nationalpark und Simien Nationalpark aus der Liste des gefĂ€hrdeten Welterbes ausgetragen. In: sns.uba.de. Umweltbundesamt, 4. Juli 2017, abgerufen am 28. MĂ€rz 2025.